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Bahnhof Hemer

Der Bahnhof Hemer - reizvoll findet man ihn heute auf alten Ansichten, aber war er das? Der halbe Bahnhof diente (noch bis 1992) als Schrottplatz, das Bahnhofsgebäude reichlich heruntergekommen. Nun waren die Bahnhöfe an der Hönnetalbahn zu der Zeit auch längst nicht mustergültig gepflegt, aber die nur wenige km Luftlinie entfernte Hönnetalbahn strahlte unverfälschtes Landleben aus. Davon konnte man in Hemer nur träumen. Dennoch: Es gab noch reichlich Betrieb - auch außerhalb der Militärverladungen. Die Fahrkartenausgabe war ebenso noch geöffnet (sogar mit eigenem Beamten), wie die Stückgutabfertigung. Pro Schicht waren 1 Fdl, 1 Weichenwärter (Stellwerk HS), 1 Schuppenarbeiter und 1 Fahrkartenverkäufer zu dieser Zeit im Einsatz! Und bis zur Einstellung des Pv hat sich daran wenig geändert.

Man mag nicht glauben, dass hier heute eine breite Autostraße verläuft und ein großer Omnibusbahnhof angelegt wurde.Gleise gibt es leider nicht mehr...  Dieses Bild vom Bf. Hemer entstand 1962.

 


260 592 ist im August 1983 gerade für die nachmittäglichen Rangieraufgaben eingetroffen.

Hier sieht man eine Wagenladung aus Sundwig, die für die damalige Sowjetunion bestimmt war.

Kurz darauf fährt ein Schienenbus aus Richtung Letmathe ein.

Zugkreuzungen von Personenzügen gab es  zu dieser Zeit nur zweimal am Tag. Sonst fanden diese bis 1988 in Westig statt, allerdings gab es wegen des Schnellzugs Amsterdam - Bad Wildungen - Amsterdam, der in Fröndenberg abgewartet wurde, leichte Verschiebungen



Im Mai 1987 wurde das Hauptgebäude abgerissen und der Rest anschließend sogar noch renoviert.  Dieses Restgebäude stand noch bis März 2010 - freilich in erbärmlichem Zustand.

Frisch gestrichen präsentierte sich der Bf. Hemer bald darauf richtig hübsch. Wir sehen am 26.04.1988 212 272 und 285.

Längst hatte sich Hemer (neben Lendringsen) zu einer zweiten Zentrale der Eisenbahnfreunde Hönnetal e.V. entwickelt, taten doch einige der aktivsten Mitglieder hier Dienst. Beobachten wir B. Wendel - damals als Fdl tätig - bei der Zugabfertigung.

Kenner erkennen, dass die Schranken am Bahnübergang damals größer waren. Das hängt damit zusammen, dass sich hier die Zufahrt zur Ladestraße und zur Panzerverladerampe befand. Erst 1994/1995 wurde die Verladerampe auf die andere Bahnhofsseite verlegt und der Gleisplan damit stark verändert.

Noch eine Bahnsteigimpression mit einem nach Letmathe ausfahrenden Personenzug


Am 27. Mai 1989 war der letzte Betriebstag. Einen Tag später fuhr der allerletzte durchgehende Zug von Menden nach Iserlohn - gezogen von 41 360. Der DGEG sei dafür nochmals gedankt.
Am Morgen des 27.05.1989 hatte das Personal schon schwarz geflaggt. 212 313 sollte dann auch den letzten Zug schieben.Bei dieser Ausfahrt versagte das Ausfahrsignal seinen Dienst.

Der letzte Zug aus Letmathe am 27.05.1989.


Der Bahnhof blieb noch bis 1993 besetzt - vormittags mit einem Fdl für beide Stellwerke. Im April 1990 gab es nochmal richtig was zu tun in Hemer: Der Abbau der Strecke Hemer - Westig - Eisenbahnschleife stand an. Die größte verkehrspolitische Sünde in der Region, wie man heute weiß.

Von den Rangierarbeiten anlässlich des Abbaus zum Abschluss noch einige Impressionen mit 365 726 vom 10.04.1990:
Beim 1. Bild ist noch das Stellwerk"Hs" zu sehen. Im Bereich dieser Aufnahmen steht heute ein Schnellrestaurant. Man kann fast nur noch erahnen, wie es knapp 20 Jahre früher hier aussah.

Und noch ein letztes Bild eines ausfahrenden Güterzuges aus Gleis 1 mit 355 285 am 27.04.1991.

 

 

Nach der letzten Panzerverladung im Frühjahr 2007 sollte die offizielle Stilllegung zum 14.04.2007 erfolgen. Es kam anders. Nach dem Sturmtief "Kyril" und seinen verheerenden Auswirkungen auf die heimischen Wälder, wurde eine Verlademöglichkeit für Holz gesucht und u.a. in Hemer gefunden. Die Strecke wurde daher unter Regie der Stadt Hemer noch einmal reaktiviert und für gut 1 1/4 Jahre noch einmal im Güterverkehr bedient. Damit war dann aber spätestens am 31.08.2008 Schluss. Die nächste "Letzte Fahrt" stand an, nachdem bereits Ende Mai 2008 ein Dampflok-Wochenende die Strecke nocheinmal belebt hatte.

Ein Bild aus der Zeit der Holztransporte im Juni 2007. Zum Einsatz gelangte eine 212 der Hochwaldbahn, die im ehem. Panzerverladegleis rangiert.

 

Ja, es war die wahrscheinlich "echteste" der letzten Fahrten. die Fahrt am 31.08.2008. Hier war der Hemeraner Bahnhof letztmals in ganzer Größe im Betrieb.

2010 fand in Hemer die Landesgartenschau statt, in deren Vorfeld die Stadt durchStraßenneubauten ein neues Gesicht bekommen sollte. Dafür war ein Teil des Bahnhofsgeländes erforderlich, weshalb die Stadt Hemer das Gelände von der DB kaufte - und - weil es nicht anders ging - auch die Strecke bis Menden, auf der ein Radweg entstehen soll.

Enthusiasten gewannen die Rhein-Sieg-Eisenbahn GmbH aus Bonn dazu, Bedarf an der Strecke anzumelden und damit die Rückbauten zumindest teilweise zu verhindern. Ergebnis: Der Hemeraner Bahnhof wurde nur zur Hälfte abgebaut und vom 01.05. bis zum 31.10.2010 war die Strecke wieder für Sonderzüge befahrbar. Der Bahnhof Hemer war da aber nur noch ein Schatten seiner selbst. Das ehem. Empfangsgebäude und die Ladestraße waren bereits abgerissen, Gleis 1 zugewachsen, wie auch der Rest der befahrbar gemachten Nebengleise einen verfallenen Eindruck machte. Aber immerhin - es fuhren noch Züge, über deren Erfolg man auch angesichts einer komplett ausgebliebenen Untestützung seitens der Landesgartenschau, streiten kann. Insgesamt hatten diese Verkehre mehr politischen, denn sinnvollen Charakter.

Ende 2011 wurde die Rückbaugenehmigung für den traurigen Gleisrest des Bf. Hemer erteilt. Ein Elektromarkt wird auf dem Gelände gebaut.