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Die Nebenbahn Menden - Hemer - Iserlohn

Abschnitt Menden - Hemer

Sie zählte lange zu den Totgesagten, nun - nach wenigstens vier "letzten Fahrten" - ist endgültig betrieblich seit dem 31.10.2010 Schluss: Gemeint ist die Reststrecke der einstigen Kursbuchstrecke 352 (Fröndenberg-) Menden - Hemer - Iserlohn (-Letmathe).

Zum 31.10.2010 wurde der Betrieb auf dem Reststück Menden - Hemer endgültig eingestellt, nachdem es schon 2 "letzte Fahrten" auf diesem Abschnitt gegeben hat (31.03.2007 und 31.07.2008) und dazu noch diverse letzte Güterzugfahrten. Eine tatsächlich allerletzte Fahrt führte den Schienenbus des Förderverein Schienenbus e.V. Menden nochmals für einige Pendelfahrten nach Hemer. Mit der letzten Fahrt wurden auch die technisch gesicherten Bahnübergänge außer Betrieb genommen. Seit dem 08.09.2011 ist die Strecke Menden - Hemer vom DB-Netz abgehängt. Hinter der Brücke über die B 515 wurden die Gleise aufgetrennt und zum Aufstellen eines Prellbocks begradigt. Zudem wurden noch weitere rd. 10 m Gleis ausgebaut und somit eine Gleislücke geschaffen. Nach dem Ausbau des Einfahrvorsignals und dem Einfahrsignal wurde am Ende des DB-Abschnitts ein Prellbock aufgestellt. Die Maßnahme steht im Zusammenhang mit dem Erwerb der Trasse durch die Stadt Hemer, die den Abbau der Gleise weiter forciert. Nach dem Rückbau des Abschnitts Hemer - Bräuckerstraße, ist mit dem Abbau des übrigen Restes im Laufe des Jahres 2013 zu rechnen.

Allerdings wird im Rahmen einer Untersuchung geprüft, ob und wie eine Reaktivierung im SPNV in ca. 20 Jahren machbar ist.


Das kommt nie wieder - eine 01.10 bei der Edelburg! 01 1066 am 23. Mai 2008 als Sonderzug Hemer - Menden. (Aufn. W. Krebber)

Es gibt also Grund genug auf die Zeit zurückzublicken, als auf dieser Strecke noch durchgehender Betrieb im Güter und Personenverkehr herrschte. Dem Militärverkehr muss man ein eigenes Kapitel widmen.

Zur Erinnerung: Die rd. 7 km lange Strecke Menden - Hemer wurde 1882 eröffnet, die Weiterführung nach Westig - Iserlohn folgte 1885. 1891 wurde der kurze Abschnitt nach Sundwig eröffnet, der als Beginn einer Nebenbahn ins Hönnetal gedacht war, über seine 1,8 km jedoch nie hinaus kam. Die Strecke Menden - Hemer war recht einfach gebaut und führte größtenteils entlang der Iserlohner Landstraße. Heute nicht mehr erkennbar, gab es einige Gleisanschlüsse in diesem Anschluss, die aber bis in die 1970-er Jahre aufgegeben wurden.
Am 27.05.1989 endete der planmäßige Personenverkehr zwischen Menden und Iserlohn, das Stück Hemer - Iserlohn Ost wurde 1990 abgebaut. Der Abschnitt Iserlohn - Iserlohn Ost wurde 1995 stillgelegt.

1993 endete der Verkehr nach Sundwig. Das letzte Stück starb / stirbt mehrere Tode. Zunächst 2007, dann - nach Kyrill-Transporten - 2008 und am 31.10.2010. Nun verliert Hemer die letzten Schienen zugunsten eines Radwegs.

Fangen wir an mit dem Rückblick in Menden. 
Am 01.06.1984 präsentierte sich der Bahnhof mit dem heute verfallenen Gebäuden noch voller Betrieb. Neben der im Hintergrund zu sehenden 290 081, standen gegen 12:37 Uhr der Wendezug nach Letmathe, der Schienenbus nach Fröndenberg und 212 272 mit ihrem Ubauwagenzug nach Neuenrade bereit. Es war der vorletzte Einsatztag von Schienenbussen im Bereich des ehem. Bw Bestwig.

 

Doppeleinfahrt in den Bahnhof Mendenmit einem Zug aus Neuenrade am 12.05.1988.

Die Einfahrt aus Richtung Hemer am 15.05.1984.

In diesem Bereich befand sich bis 1982 der "Posten 19". Hier eine Aufnahme aus dem Vereinsarchiv der EF Hönnetal e.V. aus dem Jahre 1978. Kurz darauf änderte sich die Szenerie durch den Bau der B 515n (Westtangente) grundlengend.

An etwa gleicher Stelle sah am 15.05.1984 es nach dem Bau derB515n so aus...

Nach Passieren einer engen Rechtskurve wurde der Bahnübergang Schattweg erreicht, der aber bereits 1981 aufgegeben wurde. Am 18.09.1982 verkehrte anlässlich des 100-ten Streckenjubiläums Menden - Hemer eine 601-Garnitur nach Hemer.

 

1983 begann man an dieser Stelle mit der Errichtung einer neuen Eisenbahnbrücke. Hier ein Bild von den Bauarbeiten.

Die neue Brücke wurde seitlich der Strecke gebaut und am 10.11.1984 in ihr Fundament geschoben.

Wenige Jahre später war die Straße fertig und ein neues Fotomotiv geschaffen. Hier mit 212 299 und der Mendener St. Vincenz-Kirche am 07.05.1988.

22 Jahre später sah die Situation ganz anders aus. Die Brücke war zugewachsen, die Strecke selbst in ihren wahrlich letzten Zügen. Hier ein TALENT auf dem Weg nach Hemer.

 

Weiter geht es entlang der B7 - hier mit 212 308 am 21.05.1988. Diese Fotostelle ist heute wegen einer Schallschutzwand nicht mehr machbar

1983 passierte eine 5-teilige Schienenbusgarnitur den bald folgenden Haltepunkt "Am Obsthof". Hier ein Nachschuss

Bald darauf wird der Hp. "Am Obsthof" erreicht. Das Bild entstand im August 1983. 290 077 passierte 1985 den Haltepunkt. Im Hintergrund ist der Bahnübergang "Am Hassenbruch" erkennbar.

Kurz darauf folgt der Bü "Am Hassenbruch", der ab 1985 mit einem eigenen Posten gesichert wurde (Po 20). Am 25.051989 passiert 212 322 den Bahnübergang.


Nach der Stilllegung des Pv 1989 erfolgte die Arbeitsteilung wie hier am 10.04.1990 dargestellt: "Dreibein" 365 736 im Güterverkehr" und MVG-Bus der Linie 20 bzw. S4. Den Posten 20 gab es freilich auch nicht mehr.


Recht nett ist der anschließende Teil entlang der B7, wie hier mit 212 314 am 22.05.1989 zu sehen ist: Jahre später, am 26.09.2004 pendelte die vierteilige Schienenbusgarnitur des Förderverein Schienenbus e.V. Menden zwischen Menden und Hemer. Verändert hat sich wenig.

Am 18.09.1982 war ein VT 601 auf dem Rückweg nach Menden  Ab 1984 beherrschten Wendezüge wie dieser den Personenverkehr, nachdem sie ab 1982 nach und nach die Schienenbusse verdrängt haben. Bei der Edelburg vor der Fa. Grohe wurde am 07.02.1988 ein klassischer Wendezug aufgenommen

 

Im Bereich "Edelburg" gelang mir einen Tag vor der Stilllegung folgendes Bild - deutlicher kann man einen Stilllegungsgrund nicht darstellen. Ansonsten war dieser Bereich bis zuletzt noch fotogen. Hier sieht man 1983 einen Schienenbus (auch wieder mit MVG-Bus...)

Hier noch zwei Aufnahmen von 1989 und 2010.

Wegen der Unsicherheit hinsichtlich der Zukunft der Strecke gab es mehrere Abschiedsfahrten. Ein Bild von der (vorläufig) letzten Fahrt am 31.07.2008 mit der Schienenbusgarnitur des Förderverein Schienenbus e.V. Menden. 


Kurz darauf wird die B7 unterquert und die Bahn wechselt die Straßenseite. Hier mit 260 565 auf dem Weg nach Hemer.

Ende der 60-er Jahre wurde die B 7 ausgebaut und damit war es notwendig die Strecke mittels eines Brückenbauwerks zu überqueren. Der bis dahin bestehende Bahnübergang wurde aufgelöst. Die Strecke selbst musste einige Meter verschoben werden. Das Bild zeigt die Bauarbeiten mit dem alten Schrankenposten 16 Ende der 60-er Jahre. (Aufn. Zellerer)



Bald ist der Haltepunkt "Oese" erreicht, der 1988 geschlossen wurde. Er ist schon bei der Eröffnung der Strecke angelegt worden. 212 315 hielt am 07.05.1988 noch in "Oese" an. Im Rahmen der 1. Sonderfahrt der Eisenbahnfreunde Hönnetal hielt der VT 95 122 am 13.05.1989 in Oese für einen Fotostop an.

Nun ein Blick Richtung Höcklingsen. 1983 war die imHintergrund zu sehende Lichtzeichen-/Halbschrankenanlage gerade eingebaut worden.


Nochmal der Hp Oese - leider nur mit Steuerwagen, aber diese Formen und Farben sind ja heute nicht mehr zu fotografieren. Zunächst am 07.05.1988 und am 22.05.1989

In der Nähe des Hp Oese befindet sich auch heute noch ein Bahnübergang. Die Schranken wurden bis 1983 vom Posten 15 aus fernbedient, dann auf automatische Lichtzeichen / Halbschranken umgestellt. 

Kurz darauf befand sich ein Gleisanschluss, der über eine Wagendrehscheibe verfügte. Die Anschlussweiche wurde 1984 entfernt.

Etwa an dieser Stelle entstand im August 1983 diese Aufnahme mit einem nach Letmathe fahrenden Schienenbus.

 

Der Bereich Höcklingsen wurde um 1983/1984 umgestaltet. Das alles geschah im Zuge des Baus eines Einkaufscenters "auf der grünen Wiese" bzw. hier auf dem Gelände einer früheren Zellulosefabrik. Damit die Autos bequem das Center erreichen konnten, wurde der Bau einer Linksabbiegespur erforderlich - und damit die Verschwenkung der Bahnlinie.
Im Mai 1983 gestaltete sich die Szenerie so. Die Strecke war noch nicht verschwenkt und der Posten 15 war noch im Betrieb.

Im Juli 1983 war die Verschwenkung abgeschlossen, der Haltepunkt neu angelegt, die neue Schrankenanlage jedoch noch nicht im Betrieb.

Im August 1983 lief dann alles - der neue Einkaufsmarkt wartete auf seine Eröffnung.

Im Oktober/November verkehrte eine Schienenbusgarnitur (798 766 + 998 703) als "Divi-Express" zwischen Menden und Iserlohn - kostenlos für die Fahrgäste. Das wäre sogar länger gelaufen, wenn die Konkurrenz nicht unlauteren Wettbewerb gerochen hätte. Die Aufnahme entstand am 05.11.1983. Die Menschen hatten aber schon erkannt, welches Verkehrsmittel für solche Märkte vorgesehen ist...

Am 03.01.1985 machte 212 280 auf dem Weg nach Letmathe in Höcklingsen Station.


Begeben wir uns auf Bergfahrt, denn nach Höcklingsen steigt die Strecke weiter stark an und verlässt die B7. Dieser Abschnitt ist heute gefürchtet, weil er schnell zuwächst. Der Schienenbus des FSB Menden hat hier schon zwei Fenster eingebüßt. Seit jeher jedoch hat die Steigung Lokführer und Lokomotiven gefordert.


Bald ist Bräuckerstraße, dessen altes Stationsschild nett aussah. Es gab auch noch eines aus Metall, das auch noch erhalten ist und sich in Privatbesitz befindet.

 

Der Hp Bräuckerstraße müsste eigentlich "Hemer-Lungenklinik" heißen,liegt doch die bekannte Klinik nah am Haltepunkt.
212 308 fährt am letzten Betriebstag 27.05.1989 am Einfahrsignal des Bf. Hemer vorbei an den Bahnsteig. 

 

Am 30.07.1984 fährt ein klassischer Wendezug in den Hp. ein.

Geschoben wurde der Zug übrigens von 212 293,

Noch ein Blick auf einen aus Hemer einfahrenden Zug.

Am 14.08.2010 verkehrte anlässlich des Festes "Menden á la carte" der Schienenbus 796 690 und 796 802 mit Beiwagen 796 299 zwischen Menden und Hemer. Die beiden Aufnahmen zeigen die Situation am nun ehemaligen Hp. Bräuckerstraße.

Am Haltepunkt steht schon das Einfahrsignal des Bf. Hemer. (Klicken Sie auf Bf. Hemer)

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